Breakthrough Prize für ehemaligen MPI-Wissenschaftler

Der Physiker Ulrich Haeberlen trug mit seinen Forschungsarbeiten zu dem preisgekrönten Projekt „Myon g-2“ bei.

16. Juli 2026

Für die jahrzehntelange Arbeit am sogenannten Teilchenphysikexperiment „Myon g-2“ ist eine internationale Forschergruppe mit dem Breakthrough Prize for Fundamental Physics ausgezeichnet worden. Unter den 387 Preisträger*innen findet sich auch ein ehemaliger Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für medizinische Forschung, der Physiker Ulrich Haeberlen.

  • Mit dem diesjährigen Breakthrough Prize for Fundamental Physics zeichnete die Jury Forschende aus, die das anomale magnetische Moment des Elementarteilchens Myon besonders präzise gemessen haben.

  • Ulrich Haeberlen forschte in den 1970-er und 1980-er Jahren am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung auf dem Gebiet der Kernresonanz-Spektroskopie.

  • Der Physiker gehört zu den mehr als 300 lebenden Co-Autoren, deren Messkampagnen zu dem preisgekrönten Projekt beigetragen haben.

Jahrzehntelange Forschungsarbeiten

Das Teilchenphysikexperiment „Myon g-2“ ist ein Gemeinschaftsprojekt, an dem Forschungsgruppen des Fermi National Accelerator Laboratory (Fermilab) in den USA, des Forschungszentrums CERN (Schweiz/Frankreich) sowie des Brookhaven National Laboratory (USA) beteiligt waren. Hauptbestandteil des Experiments war ein riesiger, supraleitender Magnetring. In diesem Magnetring wurden Myonen – instabile Elementarteilchen, die dem Elektron ähneln – nahezu mit Lichtgeschwindigkeit geleitet und ihre subtilen „Wackelbewegungen“ im Magnetfeld gemessen.

Die im Jahr 2025 veröffentlichten Endergebnisse bestätigten frühere Unregelmäßigkeiten, die ein wichtiges Indiz für neue physikalische Gesetze jenseits des Standardmodells sein könnten. Die Forscher bewiesen dabei jahrelange Ausdauer bei der Suche nach Antworten auf grundlegende Fragen der Physik. Ihre Experimente wurden für die enorme Präzision gewürdigt.

Federführend bei Experimenten

Der Heidelberger Physiker Ulrich Haeberlen wirkte in seiner Zeit am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung (MPImF) federführend an drei der vier Großexperimente des preisgekrönten „Myon g-2“-Projekts mit, indem er seine Messergebnisse und Publikationen an das Brookhaven National Laboratory in den USA meldete.

1969 kam Ulrich Haeberlen als wissenschaftlicher Mitarbeiter ans MPImF in die Abteilung Molekulare Physik. Dort betrieb er eigenverantwortliche Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Kernresonanz-Spektroskopie. 1975 habilitierte er sich zum Thema hochauflösende Kernresonanz in Festkörpern. Ab 1987 leitete Ulrich Haeberlen bis zu seinem Ruhestand 1999 die Arbeitsgruppe Molekülkristalle.

„Oscar“ der Wissenschaftspreise

Mit drei Millionen Dollar dotiert gilt der Breakthrough Prize als einer der weltweit höchstdotierten Forschungspreise in den Naturwissenschaften und ist als „Oscar“ der Wissenschaften bekannt. Er wird neben der Grundlagenphysik auch in den Kategorien Life Sciences (Biowissenschaften und Medizin) sowie Mathematik an Personen vergeben, die tiefgreifende Beiträge zum menschlichen Wissen geleistet haben.

Die Preisverleihung fand im April 2026 in Kalifornien im Beisein von vielen Prominenten aus der Filmbranche, dem Spitzensport und der Tech-Industrie statt.

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